Kennzeichenerkennung richtig installieren: Worauf es bei der LPR-Kamera ankommt
Die Kamera ist montiert, die Kennzeichenerkennung aktiviert – und trotzdem werden Fahrzeuge nicht zuverlässig erkannt. In der Praxis liegt die Ursache dann häufig nicht in der Software, sondern bei der physischen Installation. Eine LPR-Kamera (License Plate Recognition = automatische Kennzeichenerkennung) muss ein Kennzeichen nicht nur „sehen“. Sie muss es unter den tatsächlichen Bedingungen vor Ort so erfassen, dass die Software die Zeichen zuverlässig auswerten kann.
Dabei gibt es keinen universellen Montagewinkel oder eine feste Installationshöhe, die für jedes LPR-System gilt. Entscheidend sind unter anderem Kameramodell, Objektiv, Abstand, Fahrspur und Fahrzeuggeschwindigkeit. Die konkreten Herstellerangaben sollten daher immer die Grundlage der Planung bilden.

Dies sind die wichtigsten Punkte bei der Installation
- Erfassungsbereich und Kameraposition planen
Bevor die Kamera montiert wird, sollte feststehen, wo genau das Kennzeichen optimal erfasst werden soll. Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen: Fahrspur, Abstand zur Kamera, Fahrzeuggeschwindigkeit und gegebenenfalls mehrere Fahrspuren. Gerade bei breiten Zufahrten oder LKW-Einfahrten sollte der Erfassungsbereich möglichst genau geplant werden. Auch Montagehöhe und Blickwinkel sind entscheidend. Eine zu hohe oder zu seitliche Position kann die Erkennung erschweren. Welche Winkel zulässig beziehungsweise optimal sind, hängt vom jeweiligen System ab.
- Kamera, Objektiv und Abstand müssen zusammenpassen
Nicht jede Kamera eignet sich für jede Einfahrt. Der erforderliche Erfassungsabstand und Bildausschnitt hängen unter anderem vom verwendeten Objektiv ab. Ein zu großer Bildausschnitt kann dazu führen, dass das Kennzeichen zu klein dargestellt wird. Bei einer ungeeigneten Kombination aus Kamera, Objektiv und Abstand kann die LPR-Analyse ebenfalls an ihre Grenzen kommen, weil keine ausreichende Detailqualität bei der Auswertung vorhanden ist.
- Geschwindigkeit und Bewegung berücksichtigen
Ein Fahrzeug steht normalerweise nicht still, während sein Kennzeichen erfasst wird. Je nach Geschwindigkeit können Bewegungsunschärfe, Verschlusszeit und Belichtung die Erkennung beeinflussen. Deshalb sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden, wie schnell die Fahrzeuge den Erfassungsbereich passieren – beispielsweise langsam an einer Schranke oder mit höherer Geschwindigkeit an einer Zufahrt.
- Beleuchtung nicht unterschätzen
Ein besonders wichtiger Faktor ist das Licht – und zwar nicht nur am Tag. Kennzeichen reflektieren auftreffendes Licht. Das kann die Erkennung unterstützen, bei ungünstigen Bedingungen aber auch zu Überstrahlungen und Reflexionen führen.
Einfluss nehmen beispielsweise:
- Gegenlicht und direkte Sonneneinstrahlung
- Fahrzeug- und Scheinwerferlicht
- künstliche Beleuchtung
- Dunkelheit
- nasse Kennzeichen oder Fahrbahnen
- starke Helligkeitsunterschiede
Was tagsüber zuverlässig funktioniert, muss deshalb nachts nicht automatisch genauso gut funktionieren. Je nach System können integrierte oder externe Beleuchtungslösungen erforderlich sein. Wichtig ist, dass das Kennzeichen ausreichend ausgeleuchtet wird, ohne dabei unlesbar zu überstrahlen.
- Installation unter realistischen Bedingungen testen
Nach der Montage sollte nicht nur geprüft werden, ob das Kamerabild grundsätzlich gut aussieht. Entscheidend ist, ob die Kennzeichen im vorgesehenen Erfassungsbereich zuverlässig erkannt werden. Dafür sollte die Anlage möglichst unter den Bedingungen getestet werden, die später tatsächlich auftreten:
- unterschiedliche Fahrzeugtypen und Kennzeichenhöhen
- verschiedene Geschwindigkeiten
- Tag und Nacht
- unterschiedliche Lichtverhältnisse
- möglichst unterschiedliche Wetterbedingungen
So lassen sich Probleme frühzeitig erkennen und beheben.
Aber was ist, wenn die Kennzeichenerkennung nicht zuverlässig funktioniert?
Bevor Softwareparameter verändert werden, empfiehlt sich eine systematische Fehlersuche, die die folgenden Punkte überprüft.
- Physische Installation prüfen
Position, Höhe, Abstand und Blickwinkel kontrollieren. - Erfassungsbereich prüfen
Wird das Kennzeichen tatsächlich im vorgesehenen Bereich erfasst? - Bildqualität prüfen
Sind Schärfe, Auflösung, Belichtung und Bewegung ausreichend? - Beleuchtung prüfen
Funktioniert die Erkennung auch nachts und bei schwierigen Lichtverhältnissen? - Fahrzeugbewegung berücksichtigen
Passen Geschwindigkeit und Fahrtrichtung zur geplanten Erfassung?
Erst danach sollten Sie die Systemkonfiguration prüfen. Wenn die physikalischen Voraussetzungen stimmen, lohnt sich der Blick auf die Einstellungen der LPR-Software. Wenn Sie trotz Fehlersuche bei Ihrer Kennzeichenerkennung nicht weiterkommen, dann kommen Sie auf uns zu. Wir zeigen Ihnen, wie wir Sie konkret unterstützen können.
Bonus: Wenn Sie mit dem Videomanagement-System Senstar Symphony arbeiten und Ihre Kennzeichenerkennung richtig anlegen möchten, schauen Sie doch mal in unser Tutorial auf YouTube rein. Dort wird alles Schritt für Schritt erklärt!
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